Wir trafen uns bei FinkFilms in der Lothringer Straße. Gegen 20:30 leutete die Türklingel und die Gäste traten ein. Die Bande bestehend aus Jan Ludwig, Jasmin Eghbaly & Charlize Staar brachte einen Baumkuchen mit. Wir stießen an mit einer Flasche falsch etikettierten Cava. Es begann ein irrer Ritt durch Form und Spekulation, Witz und Theorie, Hoffnung und Orientierung, Einsamkeit und Spektakel, Musik und Willkür. Schön war die kleine Küche, in welcher wir Anfangs versuchten Platz zu finden. Eine Möglichkeit, aus Enge Wärme werden zu lassen. Die Suppe hatte schon gezogen. Wir gingen rüber in den großen Raum. Die anwesenden Personen wurden einmal mehr eingeweiht in das, was vor sich ging. Dass dies das 2. PN DîNER sei. Ein neues Format im Dienste der ästhetischen Bildung.
Die Suppe war sehr gehaltvoll und noch dazu mit zu viel Knoblauch. Zwischen 21:30 und 22:15 hatte ich deswegen Bauchschmerzen. Jan Ludwig war gehüllt in ein schwarzes, dickstoffiges Jacket. Wir erinnerten uns an seinen tonlosen Kurzfilm aus dem Jahr 2008, gedreht auf 16mm Material. Charlie Staar beschrieb die Klangeigenschaften ihres Fenderbasses. Ihren Schilderungen lauschend fantasierte ich vom Musikmachen. Jasmin Eghbaly brachte unsere Tischskulptur zum drehen. Wir konnten so aus allen Blickwinkeln das dem Untergang geweihte Objekt betrachten. Jakob Gross holte seine Kamera aus dem Geräteschrank. Wir kamen auf sein anstehendes Filmprojekt über einen pensionierten indischen Professor zu sprechen. Es entwickelte sich eine Unterhaltung über Enthusiasmus und Disziplin, Kontrolle und Arbeitsteilung.

drleseratte